86 fehlten zur Annahme der Initiative „Für mehr bezahlbaren Wohnraum“. Die knappen Niederlagen sind die bittersten. Das knappe Resultat zeigt aber auch: Ein weiter wie bisher gibt es nicht.

6592 Churerinnen und Churer oder rund 49.7 Prozent sagten Ja zur Volksinitiative «Für mehr bezahlbaren Wohnraum» in Chur. Nur gerade 86 Stimmen fehlten dem Anliegen zur Annahme. Diese knappe Niederlage ist bitter. Mieterverband, Wohnbaugenossenschaften, SP und zahlreiche Freiwillige haben in den vergangenen Wochen eine engagierte Kampagne geführt und ihre Idee mutig und entschlossen gegen alle anderen Parteien, gegen Stadt- und Gemeinderat und gegen Interessenvertreter der Immobilienwirtschaft verteidigt.

Beeindruckend ist, dass die Initiative weit mehr Stimmen abholte als der Gegenvorschlag des Stadt- und Gemeinderats. Dem Gegenvorschlag fehlten zur Annahme mehr als 3’000 Stimmen. Das zeigt, dass die Bevölkerung dem Weg der Initianten mehr Vertrauen schenkte als dem Gegenvorschlag.

Auch wenn Initiative abgelehnt wurde, hat die Bevölkerung ein klares Zeichen in Richtung Politik gesendet: 49.7 Prozent Zustimmung ist ein Denkzettel für die bisherige Boden- und Immobilienpolitik des Stadt- und Gemeinderates. Ein weiter wie bisher kann es nicht geben. Die Problematik der zu hohen Mieten ist anerkannt, bleibt aber ungelöst; zum Schaden von Mittelstand und Familien. Stadt- und Gemeinderat haben im Abstimmungskampf immer wieder betont, dass für sie bezahlbarer Wohnraum ein wichtiges Anliegen sei. Sie sind nun gefordert, ihr im Abstimmungskampf gemachtes Versprechen einlösen. Chancen bieten sich im neu entstehenden Quartier Chur West. Da ist ein Drittel des Bodens im Besitz der Stadt. Auf diesem Land muss bezahlbarer Wohnraum entstehen. So wird verhindert, dass Chur West zu einem Eldorado für die Immobilienwirtschaft wird und die Mieten noch weiter ansteigen. Das Komitee «Für mehr bezahlbaren Wohnraum» wird diese Entwicklung interessiert und mit wachem Auge verfolgen.

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Lukas Horrer

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